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FZ St. Bernhard

Lindenweg 16   

59469 Ense                   

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Fax:02938 - 808440

Mail: bernhard-niederense@kath-kitas-hellweg.de


In der Vorbereitung zur Aufnahme der Kinder unter drei Jahren haben wir uns unter anderem mit der Eingewöhnung der jüngeren Kinder auseinandergesetzt. In Fortbildungen und Teambesprechungen haben wir uns für die Eingewöhnung der Kinder nach dem Berliner Modell entschieden.

Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder unter drei Jahren im hohen Maß auf eine Bindung zu einem Erwachsenen angewiesen sind, um sich sicher zu fühlen und eine positive Entwicklung nehmen zu können. Fehlt diese Bindung bei einer Fremdbetreuung (Tagemutter, Kita) besteht Gefahr einer auffälligen Beziehungsfähigkeit im Verlauf der Entwicklung. Das Modell sieht inhaltliche Phasen vor, die vom Zeitaufwand abhängig vom einzelnen Kind sind. Daher kann die aktive Mitarbeit der Eltern unterschiedlich lange dauern. Hier gilt der Grundsatz:        -  Das Tempo bestimmt das einzelne Kind  -

 

“Berliner Modell“

 

Wir streben eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Familien an:

Unser vorrangiges Ziel ist es, die Eingewöhnung zum Wohl des Kindes mit den Eltern zu gestalten. Weite Ziele sind für uns:

  •  Die Kinder erleben eine Eingewöhnung nach ihrem Tempo und ihren Möglichkeiten.
  •  Die Kinder erhalten die Möglichkeit, eine Bindung zur Erzieherin aufzubauen. 
  •  Die Kinder werden ihrem Alter und Entwicklungsstand angemessen in die Gruppe eingewöhnt.
  • Die Eltern erleben eine Erzieherin, der sie nach einigen Tagen so viel Vertrauen entgegenbringen, so dass sie sich von ihrem Kind stundenweise trennen können.

 

 

Alle Kinder, die mit Eintritt in den Kindergarten ihr drittes Lebensjahr noch nicht vollendet haben, werden nach dem Berliner Modell eingewöhnt.

Kinder ab drei Jahren werden mit der ersten Phase des Berliner Modells eingewöhnt.

Kinder die lange Krankenhausaufenthalte, Frühgeburten, Trennungserfahrungen und häufigen Wohnungswechsel erleben mussten, werden in der klassischen Form des Berliner Modells eingewöhnt.  

Nach Bedarf und im Verlauf der Eingewöhnung besteht die Möglichkeit, Kinder aus der Gruppe in die Eingewöhnung einzubeziehen.

Am Elternabend vereinbart die zuständige Erzieherin mit jeder Familie einen Termin zum Einzelgespräch.

In diesem Vorgespräch mit den Eltern erfahren wir von den  bisherigen Erfahrungen des Kindes, seinen Spielgewohnheiten… . Diese Informationen sind für die Betreuung der Kinder nach der Eingewöhnung notwendig

 

1.Phase:

Die Mutter, der Vater oder eine Bezugsperson, die eine Bindung zum Kind hat, begleitet das Kind in den Kindergarten. Dort finden tägliche Kontakte mit der Erzieherin der Gruppe statt.

Die anwesenden Personen (Elternteil, Kind, Erzieherin) sind allein in diesem Raum. Der erste Kontakt dauert ca. eine Stunde, danach werden das Kind und die Mutter verabschiedet. Es gibt immer Ausnahmen, was die Zeit angeht. Das Ziel soll sein, dass das Kind in einer entspannten Situation die KITA verlässt.

Verhalten der Bezugsperson:

Sie verhält sich dem Kind gegenüber zurückhaltend. Geht von sich aus nicht auf das Kind zu. Beobachtet und tröstet bei Bedarf, kann mit der Erzieherin sprechen, aber es sollten keine großen Probleme diskutiert werden.

Verhalten der Erzieherin:

Sie versucht sich in der räumlichen Nähe zum Kind aufzuhalten (sitzend). Zuerst nur beobachten, schauen, woran hat das Kind Interesse, dann dem Kind hierzu etwas anbieten oder sich vorsichtig am Spiel beteiligen. Wichtig: Hier bestimmt das Kind das Thema und Tempo. Eingegriffen wird nur, wenn sich das Kind in Gefahr begibt. Das Kind soll ein Gefühl bekommen von, „ich werde von der Erzieherin wahrgenommen“, sie schützt mich, durch sie erhalte ich im Verlauf die Befriedigung  meiner Bedürfnisse => mit dem Ziel Vertrauen zu  entwickeln (heißt: ich traue einer anderen Person), dazu benötigt das Kind Erfahrungen mit der neuen Person (Erzieherin). Es wäre günstig, wenn das Kind in eine Situation gelangt, in der es die Hilfe der Erzieherin benötigt (z.B. ein neues Spielzeug zu bekommen  oder dies zu bedienen).

Nimmt das Kind zu der Erzieherin Kontakt auf, indem es sie am Spiel teilhaben lässt, nimmt es Hilfe von der Erzieherin an, sucht es von sich aus Körperkontakt, lässt es sich trösten, ist die erste Phase beendet.

 

2. Phase

Die Mutter kommt wie zuvor mit dem Kind in den Raum. Nach fünf Minuten geht sie aus dem Raum (die Erzieherin gibt ein Signal, wann dies sein soll). Die Mutter lässt ihre Jacke und Tasche im Raum liegen und verabschiedet sich kurz von dem Kind. Sie wird direkt im Gruppenraum bleiben und nicht weggehen, damit sie, sobald die Erzieherin es für richtig hält, den Raum wieder betritt.

Jetzt kann es sein, dass das Kind weinen wird. Die Erzieherin versucht das Kind zu trösten und abzulenken. Es ist ein Zeichen einer Bindung zur Mutter, wenn das Kind weint. Falls das Kind in Not ist und andauernd weint oder jeglichen Kontakt zu der Erzieherin unterbindet, wird die Mutter sofort wieder in den Raum geholt – dann war es zu früh für das Kind. In diesem Fall braucht das Kind noch weiterhin Kontakte, um eine Bindung zur Erzieherin aufzubauen.

Kann sich das Kind von der Erzieherin trösten lassen oder auf ein Spiel einlassen, ist der Grundstein für die Eingewöhnung gelegt. Ab dem nächsten Tag gibt die Mutter das Kind bei der Erzieherin ab (Tasche/Jacke bleiben noch im Raum), sie verlässt den Kindergarten aber noch nicht.

 

3. Phase

Nun kann das Kind in der Gruppe bei der Erzieherin abgegeben werden und die Mutter ist nicht mehr im Kindergarten, aber auf jeden Fall telefonisch zu erreichen. Die Aufenthaltsdauer des Kindes innerhalb der Gruppe wird stundenweise gestaffelt.

Gleich welche Buchungen die Eltern vorgenommen haben, sollte jedes neue Kind erst ab der dritten Woche über Mittag in der Tagesstätte bleiben.

 

 

 

Die Rolle der Erzieherin

Mit der Eingewöhnung kommen wir dem Bedürfnis des Kindes nach Bindung nach. Die Person der Erzieherin stellt für jedes Kind den wichtigsten Faktor in der täglichen Betreuung dar. Ist dies gelungen, kann ein Kind in der Regel auch um das dritte Lebensjahr soziale Kontakte in Form von Freundschaften unter Gleichaltrigen aufbauen.